Happy Thanksgiving!
Diesen Donnerstag (24.11.2011) war in den USA Thanksgiving, das als Familientreffen sogar noch wichtiger ist als Weihnachten und an dem eigentlich nur gegessen wird.
Ich habe mein Thanksgiving zusammen mit meiner Hostmum, Ziggy und der Familie meiner Hostmum in New York (ich meine den Staat, nicht die Stadt) auf dem Land bei den Eltern meiner Hostmum verbracht.
Und es war doch ganz nett und sehr interessant, diesen typisch amerikanischen Feiertag zu erleben.
Am Donnerstagmorgen sind wir schon um kurz nach 6 Uhr zum Dallas Airport gefahren. Um 7 Uhr waren wir dann da, da der Flughafen wirklich ein bisschen weit außerhalb liegt.
Also einchecken, damit wir unsere Tickets bekommen. Ging auch ganz einfach, ich brauchte noch nicht einmal meinen Reisepass vorzeigen.
Meine Hostmum und ich hatten kleine Handgepäcktrolleys dabei und Ziggy einen großen Rucksack. Da, wenn man Gepäck aufgeben wollte, pro Gepäckstück nochmal 25$ hätte zahlen sollen, haben wir das nicht gemacht. Und ich ahnte das, das ein Problem werden würde.
Wir sind also weiter zum Securitycheck gegangen. Da musste ich dann meinen Reisepass vorzeigen, aber hat auch alles gut geklappt und ich konnte passieren.
Dann kamen wir zu den Scannern. Und das ist der Part, der ärgerlich werden sollte.
In Amerika darf man genau wie in Europa nur eine bestimmte Menge an Flüssigkeiten und Gels im Hangepäck haben. Da ich nicht genau wusste wie viel das ist und da ich dachte, da ich mein Handgepäckstrolley als normales Gepäck hätte aufgegeben können, habe ich meine große Shampooflasche, mein Duschgel und mein Hairspray mitgenommen.
Das alles konnte ich dann beim Flughafen lassen, da das natürlich viel zu viel an Flüssigkeit war. Erlaubt waren 4 oz und ich hatte 12 oz. Also konnte ich mein nagelneues Duschgel in den Müll werfen. Das war wirklich ärgerlich, da ich es auch noch kein Mal benutzt hatte. Zum Glück war es nicht so teuer gewesen.
Die Amerikaner sind beim scannen sowieso viel strenger. Man muss Jacke und Schuhe ausziehen, dann zuerst durch einen normalen Scanner und dann noch so einen Spezialscanner (Nacktscanner?) durchgehen und wird dann, egal ob es gepiept hat oder nicht, nochmal gründlich abgetastet. Da fühlt man sich teilweise echt wie ein Verbrecher und es ist sehr, sehr, nervig. Also am besten nur weite Strecken fliegen, ansonsten lohnt sich der ganze Aufstand nicht.
Als wir den ganzen Securitykram hinter uns hatten, sind wir mit dem Airtrain zu unserem Gate gefahren und haben da, dann unser Frühstück gekauft und da auch schon das Boarding begann, sind wir gleich ins Flugzeug gestiegen. Und das war wirklich das kleinste Flugzeug, das ich jemals gesehen habe. Nur 15 Sitzreihen mit einmal 2 Sitzen und einmal 1 Sitz auf jeder Seite. Es gab auch nur einen Steward, der dann alleine die Getränke und keine Snacks servieren durfte.
Aber der Flug selber war ganz schön. Ich habe zuerst gefrühstückt und dann die Aussicht genossen, da es keine Wolken gab und wir auch ziemlich tief geflogen sind. Und von oben sieht Amerika fast aus wie Deutschland, nur das es mehr Wälder in den USA gibt.
Nach ca. 1 Stunde und 15 Minuten sind wir dann in White Plains, NY gelandet. Der Flughafen war wirklich winzig, aber wenigstens gab es einen Flughafen. Obwohl White Plains so nah an NYC dran ist, ist es doch schon sehr kleinstäditsich. Aber es sollte noch besser werden.
Der Bruder meiner Hostmum hat uns dann vom Flughafen abgeholt und wir sind zuerst zu ihm und seiner Familie nach Hause gefahren.
Dort habe ich dann Ziggy's Cousins kennengelernt, die Drillinge sind (2 Jungs und ein 1 Mädchen) und schon Teenager sind.
Danach sind wir dann nochmal eine Stunde mit dem Auto gefahren, um zu Jessicas Eltern zu gelangen.
Und die haben wirklich weit außerhalb gewohnt. Ich habe mir nur gedacht, wenn ich da Aupair wäre, würde ich eingehen. Ich meine für ein Wochenende ist es ja mal ganz nett, aber länger würde ich es da echt nicht aushalten.
Die Eltern meiner Hostmum sind auch sehr nett. Ihr Vater ist so etwas wie ein Künstler, deshalb waren auf dem ganzen Grundstück sehr interessante Skulpturen ausgestellt. Und er hat auch seine eigene Galerie und auch seine eigene Werkstatt. Und er arbeitet immer noch an neuen Skulpturen, obwohl er Parkinson hat und sich deshalb nur sehr langsam bewegen kann.
| Ziggy aka Darth Vader |
Da alle schon so hungrig waren haben wir das Thanksgivingessen einfach auf den Nachmittag verschoben. Und es gab eine Menge und es war eigentlich auch ganz lecker. Teilweise wusste ich zwar nicht was ich da gerade esse, aber solange es gut schmeckt.
Um die ganzen Kalorien, die wir zu uns genommen hatten sind wir dann spazieren gegangen und da habe ich mich fast wie in Deutschland gefühlt, da die Landschaft wirklich sehr ähnlich aussah und auch das Wetter sehr deutsch war. Also sehr kalt.
Die restlichen Tage haben wir uns eigentlich nur entspannt und Ziggy und ich haben ganz oft Rocketball gespielt, da die Großeltern eine hauseigenen Rocketballhalle haben (Rocketball ist so etwas ähnliches wie Squash).
Dann sind wir nocheinmal in die "Stadt" gefahren. Oder besser ein Dorf mit einer Hauptstraße und 4 Kreuzungen. Aber sie hatten ein Buchgeschäft, wo ich mir dann das Buch "The Help" gekauft habe (Danke, Tina für die Idee!). Der Kinofilm zum Buch müsste bei euch eigentlich bald rauskommen. Und ich finde es bis jetzt ziemlich interessant.
Das war dann eigentlich unser Thanksgiving. Sehr entspannt und mit viel Essen. Allerdings schlägt Thanksgiving immer noch nicht Halloween als mein Lieblingsfeiertag in Amerika.
Am Samstag (26.11.2011) sind wir dann endlich wieder in eine große Stadt gefahren und zwar nach NewNew York gesehen.
Was mir in NYC so passiert ist, erfahrt ihr dann im nächsten Blogpost.
Liebe Grüße eure Lynn
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